mit Strafe erziehen .........

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Natural Concepts - wie Pferde lernen wollen Alfonso Aguilar
Natural Concepts
Wie Pferde lernen wollen

Dr. Alfonso Aguilar


Pferdeverhalten erklärt - mit neuesten wissehschafltichen Erkenntnissen für die Praxis - von Daniel Mills
Pferdeverhalten erklärt
Mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Praxis

Daniel Mills


Bodenarbeit - Christa Arz - Pferdetraining an der Hand
Bodenarbeit - Pferdetraining an der Hand

Christa Arz

 

Pferde erfolgreich motivieren
Pferde erfolgreich motivierien
Monika Krämer

 

Linda Tellington-Jones: TTouch und TTeam für Pferde. Der sanfte Weg zu Gesundheit, Leistung und Wohlbefinden.
TTouch und TTeam
für Pferde.
Der sanfte Weg zu Gesundheit, Leistung und Wohlbefinden.
Linda
Tellington-Jones

 

Strafe funktioniert auch!
(Leider.....)

Ein Pferd, das hauptsächlich mit Strafe ausgebildet wurde, kann ein nach außen hin recht erfolgreiches Pferd sein. Es zeigt sich "artig" und kann auch in seiner ausgebildeten Disziplin recht gute Leistungen bringen.

Ein Freizeitpferd, an das wir Anforderungen wie Zuverlässigkeit und Scheufreiheit etc. stellen, wird so ein Pferd aber bestimmt nicht. Das Pferd wird je nach Temperament mehr oder weniger heftig versuchen, dem Einflussbereich des Menschen zu entgehen. Keine gute Ausgangslage für ein Verlasspferd.

ein Experiment .....

In Europa werden Experimente zur Erforschung der Verhaltensbiologie hauptsächlich an Mäusen und Ratten durchgeführt. In Amerika gibt es auch Experimente mit Menschen.

Dr. Alfonso Aguilar erzählte auf einem seiner Seminare über folgenden Versuch:

Man bildete zwei Studentengruppen.
Der ersten Gruppe gab man Aufgaben, die innerhalb von 15 Sekunden gut zu beantworten waren.
Die zweite Gruppe erhielt Fragen, die in 15 Sekunden nicht zu beantworten sind.
Alle Mitglieder der zweiten Gruppe erhielten bei jeder falschen Anwort einen kurzen Stromschlag (sprich eine unangenehme Bestrafung!)

Runde zwei:
Beide Gruppen erhielten nun identische Fragen. Gruppe eins konnte eine hohe Anzahl der Fragen beantworten. Gruppe zwei versuchte es überhaupt nicht mehr. Alle Studenten in der Gruppe zwei ware so "eingeschüchtert" und so in Erwartung der "Strafe", die ja auf jeden Fall zu kommen schien, dass sie eher passiv das Experiment vorübergehen lies.

erlernte Hilflosigkeit....

Der Begriff "erlernte Hilflosigkeit" wurde 1967 von den amerikanischen Psychologen Martin E. P. Seligman und Steven F. Maier geprägt.
» siehe Wikipedia erlernte Hilflosigkeit - Experiment mit Hunden

So drastisch das Beispiel vielleicht auf den ersten Blick wirkt, im Nachhinein, dient es aber sehr plastisch zur Erklärung. Ohne Motivation werden unsere Pferde bald keine Versuche mehr starten neues Verhalten bzw. neue Verhaltensmuster zu zeigen. Unsere Pferde, werden vorsichtshalber nur noch Verhaltensmuster zeigen, bei denen sie "sicher sind", dass keine Strafe folgt.

Helfen wir unseren Pferden, damit sie positiv lernen können!

Wir wollen ihnen keine Hilflosigkeit beibringen - (in der Verhaltensbiologie als submissives Verhalten bezeichnet .... übrigens bei Versuchen mit Mäusen wurde nachgewiesen, dass sogar körperliche Gesundheitsprobleme bis zum Tod dadurch ausgelöst werden können!) - sondern ...
... wir wollen ihnen neue Lektionen beibringen, wir wollen ihnen die Angst vor dem Hänger fahren nehmen, wir wollen ihnen beibringen gelassen auf Schrecksituationen zu reagieren usw. usw.

Strafe

Eigentlich gibt es nur eine Situation, in der Strafe angebracht ist.
-->
Die Sicherheit des Menschen ist gefährdet:
Das Pferd wird aggressiv, droht, beißt oder tritt... dann gilt es....
sofort - auf der Stelle muss dem Pferd unmissverständlich klar gemacht werden, dass es seine Grenzen weit überschritten hat.

Hier nutzen wir die Strafe um ein Verhalten zu beenden!

Lernen bedeutet aber nicht ein Verhalten zu beenden, sondern lernen soll ein "neues" Verhalten hervorbringen. Damit ein Pferd ein vorhandenes Verhalten nicht mehr zeigt, müssen wir ihm also eine Art "Ersatzhandlung" beibringen.

Strafe beendet ein Verhalten!

Beenden wir  a l l e   Versuche des Pferdes, aufgrund unserer Hilfen ein Verhalten anzubieten, wird es mit der Zeit keinen Versuch mehr unternehmen zu reagieren.
Es stumpft ab - es resigniert - es wartet auf die scheinbar unausweichliche Strafe.
Motivation

Jede Reaktion im Zeitfenster von 2 - 3 Sekunden nach dem jeweiligen Verhalten gehört zur Bestärkung.
Hier sollte mehr Augenmerk auf die positive Bestärkung gelegt werden.

Positive Verstärkung kann wie folgt aussehen:
- stimmliches Lob
- Futter / Futterbelohnung
- Ruhe(Pausen) anbieten
- Training beenden
- Streicheln etc.

Wichtig hierbei ist es, das Gefühl zu schulen, damit man sich in das jeweilige Pferd hineinversetzen kann.
Es gilt zu erkennen, wie häufig Übungen wiederholt werden können, wie lange man nach einer Übung dem Pferd eine Pause gibt, wann man lobt etc. Timing ist wichtig.

Lernaufbau.... Vorgehen...

In der Verhaltensbiologie hat sich folgendes herausgestellt:
Zu Beginn einer Lernphase muss jeder Versuch (und sei er noch so klein) belohnt werden. Hat das Pferd einmal den Weg gefunden, was man von ihm will, belohnt man nur noch die deutlichen Versuche seitens des Pferdes die Aufgabe zu lösen.
Ist die Aufgabe eigentlich schon gelernt, wird nur noch unregelmäßig belohnt - bzw. nur noch die wirklich tollen Ergebnisse (ggfs. um wieder neue Motivation aufkommen zu lassen - auch zwischendurch mal einen nicht ganz so gelungenen Versuch.)

 
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