Bodenarbeit... was ist das eigentlich?

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Bodenarbeit
und Reiten
(fast) ohne Hilfsmittel

» Alfonso Aquilar
(2,41 min)

 

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Natural Concepts - wie Pferde lernen wollen Alfonso Aquilar
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Wie Pferde lernen wollen

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Der Begriff der Bodenarbeit hat sich in der letzten Zeit etabliert. Was versteht man eigentlich darunter?

Warum sollten wir überhaupt zwischen den Begriffen "Reiten" und "Bodenarbeit" eine solche Trennlinie ziehen?
Unsere Pferde beobachten und registrieren sehr genau unser Verhalten. Nicht erst beim Reiten besteht eine Beziehung oder eine Kommunikation zwischen Mensch und Pferd.

Unsere Kommunikation besteht immer sobald wir in der Nähe des Pferdes sind. Trotzdem ist es manchmal erstaunlich, wie unterschiedlich sich die Reiter verhalten wenn sie noch zu Fuss auf dem Weg zu ihrem Pferd sind, bzw. das Pferd neben sich führen - im Vergleich zum Zeitpunkt ab dem sie aufgestiegen sind.

Schon wenn wir die Box oder den Paddock / Wiese von den Pferdeäppeln absammeln und in gebeugter Haltung um unsere Pferde herumwuseln, macht sich das Pferd schon ein Bild von unserer heutigen Stimmungslage.

Ich will hier nicht wieder ein weiteren Bericht zum Thema "Dominanz" veröffentlichen.
Der Begriff ist abgegriffen und häufig genug diskutiert.

Also ... wozu Bodenarbeit?

Bodenarbeit - als Abwechslung

Bodenarbeit kann die Vielfalt, was wir mit unseren Pferden gemeinsam unternehmen können, um eine sehr spannende Abwechslung bereichern.
Wir können es unseren Pferden einfacher machen neue Aufgaben zu lernen.
Pferde können motiviert werden.
Pferde können auf das Reiten vorbereitet werden.
Wir können unsere Kommunikationsfähigkeit am Boden schulen.

und.... man kann einfach Spaß haben.

Das Pferd lernt - während der Mensch am Boden ist

Die Lernmethoden gelten immer - also auch jetzt bei der Bodenarbeit:

Jede neue Aufgabe ist in kleine Teilaufgaben zu zerlegen. (Das ist unsere Vorarbeit - und es schadet nichts, wenn man sich zu Hause schon ein paar Notizen macht und dann versucht die einzelnen Aufgaben umzusetzen. Es kommt schon mal vor, dass man hilflos und ideenlos vor dem Pferd steht, und es einem überhaupt nicht mehr einfallen mag, was man sich überlegt hatte.)

Dann geben wir dem Pferd ein Zeichen - versuchen dem Pferd klar zu machen, was dieses Zeichen bedeutet - und LOBEN sobald es einen Ansatz macht die richtige (von uns erwartete) Reaktion zeigt.
Mit der Zeit kann man das Lob immer dosierter einsetzen: Nur wenn das Pferd eine wirklich gute Reaktion gezeigt hat.

Bea Borell umschreibt dieses Vorgehen in Ihrem Buch mit dem kurzen Merksatz:
Signal - Umsetzung - Lob

Der Verlauf einer positiven Konditionierung ist:
Signal =>> richtige Ausführung =>> stimmliches Lob =>> Futterlob =>> Pause =>> Stimmung ausklingen lassen =>> Pferd nachdenken lassen =>> Wiederholung des Signals =>> richtige Ausführung =>> uns so weiter
Zitat aus: Bea Borelles Pferdetraining Seite 17

Pferde können aber nur das umsetzen, was sie auch verstehen. Können wir uns nicht verständlich machen, dürfen wir dann auch nicht die Pferde strafen, wenn sie nicht das umsetzen, was wir uns so vorgestellt haben.

Pferde kommunizieren sehr viel über Körpersprache und sie können sehr gut unsere Stimmung aufnehmen.

Also nutzen wir das doch :-)
.... und schaffen erst einmal ein Umfeld, in dem das Pferd überhaupt lernen kann.
Nur ein Pferd, dass ruhig ist kann überhaupt lernen.

Ein in Panik aufgebrachtes Pferd hat keine Zeit zum Lernen.
Einem Pferd das Einfangen beibringen zu wollen, indem wir alle anderen Pferde von der Weide holen und es allein zurücklassen - kann z.B. keine ruhige Arbeitsatmosphäre schaffen.
Hat das Pferd kein Vertrauen zum Menschen und klebt verhältnismässig stark an den anderen Pferden, wird es in Aufregung - wenn nicht sogar in Panik geraten. (Von der Herde getrennt zu werden bedeutet in Freiheit: Todesgefahr)
je nach Temperament des Pferdes wird es versuchen, ohne Rücksicht auf Mensch und Tier (sprich sich selber) die Zäune zu überwinden bzw. in absoluter Aufregung hin und her rennen und für den Menschen keinerlei Beachtung übrig haben.

Wir sollten einen eingezäunten Bereich für unsere Übungen suchen, in dem sich das Pferd nicht unwohl fühlt.

Wie kann Bodenarbeit nun aussehen?  

Welche Hilfsmittel Sie dazu nutzen ist (fast) nebensächlich. Die einzelnen Methoden (ich will nicht sagen: Guru-Methoden) haben selbstverständlich alle aus Marketinggründen ihre eigene Ausrüstung.
Für die Bodenarbeit braucht man in erster Linie sich selber und das Pferd. Was dann noch notwendig ist, kann man entscheiden, wenn man eine Methode kennengelernt hat und sie so ansprechend findet, dass man dabei bleiben möchte.

Zu beachten ist aber, dass das Zubehör die sichere Handhabung der einzelnen Übungen unterstützt. Sicherheit steht für Mensch und Tier immer im Vordergrund.
Aber jeden Modetrend muss man nicht mitmachen.

Eine tolle Möglichkeit einen ersten Einstieg in die Bodenarbeit zu bekommen ist ein Seminar:
Das FS Reit-Zentrum Reken bietet T.T.E.A.M.-Kurse an, die die TTEAM-Arbeit von Linda Tellington Jones unterrichten.
Die phantastischen Aussenanlagen mit dem Rekener Dach und dem Spielepark bieten eine tolle Umgebung für einen intensiven Kurs.

(Eine ganz persönliche Einschätzung: )
Hervorzuheben ist die Fachkompetenz der Rekener Seminare. Dort werden Methoden unterrichtet, weil man sie ausprobiert und getestet hat und man dort von Ihnen überzeugt ist.
Man ist dort einfach informiert und zeigt mit der gleichem Begeisterung einem Anfänger die TTEAM-Arbeit wie einem Pferdebesitzer, der sagt, er wolle mal schauen, aber eigentlich wäre er ein Fan von "Natural-HorsemanShip".

Ein schönes Erlebnis: Ohne Vorurteile wurde ich in Reken beim TTEAM-Seminar begrüsst. Während des Seminarverlaufs wurde mir häufiger erläutert, wie man bestimmte Situationen bei der TTEAM-Arbeit und wie man sie wohl beim Natural HorsemanShip bewerten und bewerkstelligen würde. Das kann natürlich nur eine Seminarleitung, die auch weiss, worüber sie redet.

So habe ich dort beides mit meinem jungen Pferd belegt
... einen TTEAM-Kurs - weil ich neugierig war - und vor 10 Jahren begonnen hatte mein älteres Pferd nach den Ideen der Bücher von Linda Tellington Jones mehr Vertrauen zu schenken...
... und einen Kurs bei Dr. Alfonso Aguilar, der Natural HorsemanShip zeigte

..... in beiden Kursen bot der Spielpark unendlich viele Möglichkeiten den Pferden so vieles beizubringen :-)

Es zeigte sich aber auch sehr deutlich, dass unsere Pferde sehr lernbereit sind, wenn wir sie darin unterstützen.
Ich möchte hier keinen ständigen Methodenwechsel anpreisen! Wenn wir einmal Zeichen/Hilfen bei unserem Pferd etabliert haben, sollten wir diese Sprache nicht am kommenden Wochenende wieder gänzlich ändern, nur weil dann der nächste Kurs ansteht. Wir sollten darauf achten, dass wir uns und unsere Pferde nicht unnötig verunsichern.

Aber wenn das Pferd nicht in eine erlernte Hilflosigkeit verfallen ist, sondern neugierig und offen ist und ausprobiert, dann kann man einen wohl überlegten Ausflug in ein Seminar mit einer anderen "Methode" wagen.

Grundsätzlich steht der identische Sinn dahinter: Ich will mein Pferd nicht zu einer Maschine ausbilden - sondern ich will mein Pferd anleiten, dass es Spaß hat zu lernen: Motivation ist das Ziel

Wie oben erwähnt: Signal - Umsetzung - Lob
Dabei tritt dann die Einhaltung einer ganz bestimmten Technik in den Hintergrund.

Die Technik ist zunächst wichtig, weil man als Einsteiger im wahrsten Sinne des Wortes erst einen Einstieg nutzen muss. Man braucht zunächst einmal Übungen und Handgriffe, dass die ersten Schritte überhaupt funktionieren.

Danach ist Phantasie gefragt :-)

 


von     Simone Förster-Schüring
Tier-Naturheil-Therapie

 

 

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