Akupunktur beim Pferd -
Moxibation bei Pferden -
Traditionelle Chinesische Medizin - Tierheilpraktiker
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Akupunktur
Beim Pferd findet die Akupunktur (manchmal mit Einschränkung auch
die Moxibation) Anwendung.
Was bewirken nun diese Nadeln, die in das Pferd gestochen werden?
Häufig bestehen auf Seiten des Besitzers Berührungsängste
gegenüber der Akupunktur. Schließlich hat der ein oder andere
Pferdebesitzer ja häufiger die Abwehrreaktion seines Pferdes erlebt,
wenn der Tierarzt z.B. geimpft hat.
Und nun sollen sogar mehrere Nadeln an unterschiedlichen Stellen ins Pferd
gestochen werden?
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TCM-Sicht
Aus unserer westlichen Weltanschauung tun wir uns doch manchmal recht
schwer, wenn es darum geht die TCM-Sicht zu "verstehen".
Wir fragen immer wieder nach kausalen Zusammenhängen - nach dem "Warum?"
Kommt dann der "TCM-Sprachgebrauch" daher, wirkt es leicht
abgehoben oder esoterisch und vielleicht sogar in unserer so komplizierten
Welt manchmal sogar "zu einfach".
Wir bezeichnen uns hier im Westen als "gesund", wenn Laborwerte
keine Krankheitsbefunde herausfinden können (einmal überspitzt
dargestellt.)
Haben wir keine greifbaren, belegbaren Abweichungen von Normwerten, sind
wir beruhigt.
Aus der TCM-Sicht wird Gesundheit als Harmonie, als gleichmässiger
Fluss aller Lebens"energie" bezeichnet. Funktionieren alle Ebenen
im Körper ist ein Lebewesen gesund.
Hierzu gehören alle Aspekte des Lebens. Egal ob wir nun körperliche
Symptome oder psychische Aspekte bewerten.
Was dabei ganz interessant ist: Bereits kleine Abweichungen vom "Bekannten"
werden bereits als Symptome einer Disharmonie beachtet und es wird "vorbeugend"
eingegriffen, um das komplexe Zusammenspiel in einem Organismus bereits
wieder ins Gleichgewicht zu bringen, bevor es ernstlich erkrankt.
So ist Akupunktur eigentlich eine Vorbeugemaßnahme.
Bevor die Krankheit sich wirklich festsetzt, werden kleine Störungen
bereits behoben.
Je eher sie eingesetzt wird, desto größer die Chancen einer
wirklichen Heilung.
Wie jede andere Heilmethode auch, kann die TCM nur regenerierbares Gewebe
wieder heilen. Der Körper muss noch in der Lage sein, diese Störungen
wieder zu "beheben". Zerstörte Strukturen kann keine Heilmethode
wieder "auferstehen" lassen.
Dennoch kann die Akupunktur auch bei den sog. unheilbaren Krankheiten
Erleichterung schaffen, indem der übrige Körper gestärkt
wird, und somit dann "besser" mit dem Krankheitsgeschehen zurecht
kommt.
Bsp.:
Lungenemphysem
(chronisch: mit geschädigten Lungenbläschen (Alveolen)
Hier ist eine nicht mehr regenerierbare Störung eingetreten.
Im Einzelfall kann geklärt werden, ob einem solchermassen erkrankten
Pferd noch deutliche Erleichterung mit Hilfe von Akupunktur verschafft
werden kann.
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Fünf Substanzen des Lebens
Aus der TCM-Sicht gibt es fünf Substanzen des Lebens:
Die Funktionen dieser Substanzen - aber noch viel mehr - das Zusammenspiel
dieser Substanzen - ist ganz entscheidend für das Leben eines Organismus.
Die Frage lautet natürlich sofort:
Was bedeuten diese Begriffe und kann ich das alles sehen oder sogar messen?
Hier wird bereits das große Problem sichtbar.
Es gibt viele verschiedene Übersetzungsversuche. Aber unsere Sprache
enthält eigentlich keine Begriffe, die diese fünf Substanzen
wirklich erläutern.
Die häufigsten / üblichsten Übersetzungsversuche:
- Jing wird als Essenz beschrieben.
Die Essenz ist die Grundlage allen Lebens - wobei es hier einen vorgeburtlichen
Anteil (sog. ererbte Konstitution) als auch einen nachgeburtlichen Anteil
gibt.
Jing ist die Substanz, die es einem Organismus erlaubt, alle Entwicklungsstufen
von der Befruchtung bis zum Tod zu durchlaufen.
- Xue wird als Blut übersetzt, wobei das (TCM-)Blut über
unseren Begriff "Blut" ( = rote Flüssigkeit, die in unseren
Blutbahnen läuft) hinausgeht.
..... - spricht nun ein TCM-Therapeut von Blut, meint er also was ganz
anderes als der westliche Patient, der daran denkt, wie man ihm Blut
für eine Blutuntersuchung abgenommen hat.
- Jin Ye sind Körpersäfte. Wobei hier wirklich alle
Säfte gemeint sind. Die Säfte unterteilen sich in trübe
und reine Anteile.
- Qi wird häufig mit Energie umschrieben. Obwohl wir eigentlich
kein Gerät haben, mit dem wir Qi messen können, hat sich dennoch
aufgrund von wissenschaftlichen Untersuchungen herausgestellt, das die
Hautspannung an den sogenannten Akupunktur-Punkten sich von der Umgebung
unterscheidet.
Also - auch im westlichen Sinne, lässt sich da irgendwas nachweisen
:-)
- Shen wird als Geist versucht zu übersetzen.
Hier spielt dann Psyche im Körper eine große Rolle. Der Bereich,
der bei uns zunächst vom eigentlichen Krankheitsgeschehen etwas
abgespalten wurde, hat doch auch bei uns nun immer mehr Beachtung gefunden.
Auch psychische Probleme können krank machen.
Also gerade bei unseren Pferden, spielen Haltungsbedingungen auch bei
der Gesundheitsvorsorge eine große Bedeutung.
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Meridiane
Von diesen für uns auf den ersten Blick nicht wirklich greifbaren
Substanzen, kommen wir zu einem weiteren Begriff der TCM: Meridian-Gefäße
/ Umläufe (Jing Luo)
Das Qi verteilt sich im Laufe eines Tages einmal durch den gesamten Organismus,
indem es sich durch die einzelnen Meridiane bewegt.
Diese Meridiane haben wiederum bestimmte Bezeichnungen.
Unter der Berücksichtigung von der Elementenlehre sprechen wir von
folgenden Funktionskreisläufen:
- zur Wandlungsphase Holz
gehören
der Gan-Leber-Meridian
der Dan-Gallenblasen-Meridian
(hier schreien dann schon die Kritiker auf:
Das Pferd hat bekanntlich keine Gallenblase - also was erzählt
der TCM-Therapeut da für einen Blödsinn!!!
Vielleicht wäre es einfacher, wenn die Meridiane keine "deutschen"
oder "lateinischen" Namen hätten, die mit unseren Organen
übereinstimmen. Hätten sie "nur" chinesische Namen
(wie oben die 5 Lebenssubstanzen) käme es vielleicht nicht mehr
zu so vielen Missverständnissen?)
Das Pferd hat kein Gallenblasen-Organ.
Was die TCM mit der Bezeichnung von "Organen" meint, ist eine
Funktion oder Aufgabe. Wir haben sobald wir von einem Organ hören,
immer das Bild vor Augen, dass tatsächlich nur das eigentliche
Organ an sich gemeint ist.
- zur Wandlungsphase Feuer gehören
der Xin-Herz-Meridian
der Xiao Chang-Dünndarm-Meridian
der San Jiao-Dreier-Erwärmer-Meridian
der Xin Bao-Perikard-Meridian
- zur Wandlungsphase Erde
gehören
der Pi-Milz/Pankreas-Meridian
der Wei-Magen-Meridian
Hier zeigt sich ebenfalls ganz deutlich der Unterschied zwischen dem
westlichen Organ der Milz und dem Funktionskreis Pi aus TCM-Sicht.
Chinesisch werden der "Milz" sprich Pi Aufgaben der Verdauung
zugesprochen, die wir aus westlicher Sicht vielleicht noch in der Leber
aber auf keinen Fall in der Milz sehen.
- zur Wandlungsphase Metall
gehören
der Fei-Lungen-Meridian
der Da Chang-Dickdarm-Meridian
- zur Wandlungsphase Wasser
gehören
der Shen-Nieren-Meridian
der Pang Guang-Blasen-Meridian
Erklärungsversuch der 5 Elemente und der TCM-Funktionskreise
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Zang Fu
Organsysteme der TCM
Zang
sind eher Yin, solide und liegen eher "innen".
Zang Organe sind zuständig für Bildung, Umwandlung, Speicherung,
freisetzung und Regulation der reinen Substanzen ( wie Qi, Jing, Xue,
Jin Ye und Shen)
Zang Organe sind:
Shen (Niere), Pi (Milz), Gan (Leber), Xin (Herz),
Fei (Lunge) Xin Bao (Perikard)
Fu
sind eher Yang, hohl und liegen "aussen".
Fu Organe sind verantwortlich für die Aufnahme und Speicherung von
Speisen und Getränken, für die Weiterleitung und Absorption
der Umwandlungsprodukte und für die Ausscheidung der Abfallprodukte.
Fu Organe sind:
Pang Guang (Blase), Wei (Magen), Dan (Gallenblase),
Xiao Chang (Dünndarm), Da Chang (Dickdarm), San Jiao
(Dreifacher Erwärmer)
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Ausserordentliche oder Wunder-Meridiane
Neben den oben genannten Meridianen gibt es noch unpaarige Meridiane.
Sie bilden ein "eigenes" System.
- Ren Mai und Yin Qiao Mai
- Du Mai und Yang Qiao Mai
- Dai Mai und Yang Wei Mai
- Chong Mai und Yin Wei Mai
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Diagnose und Therapie
Ein TCM-Therapeut kommt mit einem grossem Wissen an TCM-Grundlagen zu
ihrem Pferd.
Zunächst wird er eine Menge Fragen stellen, die sich vielleicht
auf den ersten Blick gar nicht mit dem aktuellen Problem des Pferdes beschäftigen.
Da die TCM-Diagnose aber eine ganzheitliche Diagnose darstellt, sind alle
Aspekte des Pferdes von Bedeutung.
Spezielle Punkte am Körper des Pferdes können zur Diagnose
herangezogen werden. So wird also der Therapeut neben der Befragung des
Besitzers auch eine Menge vom Tier selber "erfahren".
Wärmeverteilungen in bestimmten Körperregionen, Schmerzunempfindlichkeit
oder eben Schmerzempfindlichkeiten an bestimmten Punkten haben eine Bedeutung,
am Kronsaum befinden sich darüber hinaus auch noch etliche Punkte,
die dem Therapeuten beim Abtasten Informationen geben.... usw. usw. usw.
Aus der Gesamtheit der unterschiedlichen Informationen erstellt der Therapeut
dann eine Chinesische Diagnose, die z.B. in unseren Ohren recht merkwürdig
anmuten kann:
z.B.
- Störungen der Mitte aufgrund von Blockaden im Herz-Qi-Fluss
- Unfähigkeit der Niere das Qi zu empfangen
- Yang-Fülle durch äußeren pathogenen Wind
- usw.
Eine solche Chinesische Diagnose ist sehr wichtig für den Therapeuten.
Aufgrund dieser Chinesischen Diagnose kann eine Therapie nach TCM-Grundlagen
erfolgen. Akupunktur-Punkte, über die der Therapeut von "außen"
auf das innere Geschehen einen Einfluss ausüben kann, haben genau
beschriebene "TCM-"Funktionen.
Es gibt Punkte mit unterschiedlichen Wirkungen:
z.B. Punkte, die "Wind ausleiten", die das "Nieren-Yang"
stärken, die "Qi- und Blut-Zirkulation fördern", die
"Meridian und Netzgefäße" durchgängig machen.
Damit der Therapeut also die passenden Akupunktur-Punkte finden kann,
wird diese Chinesische Diagnose gebraucht.
Ohne eine chinesische Diagnose - rein aufgrund der westlichen Diagnose
- können "nur" Standard-Akupunktur-Konzepte gestochen werden.
Damit wird dann nicht mehr die Idee des ganzheitlichen Konzepts verfolgt.
Eine eigentliche TCM-Behandlung findet dann im Grunde nicht statt.
Tiefe Wirkungen erzielt die Akupunktur, wenn sie in ihrem eigenen Kontext
im Rahmen der TCM angewendet wird.
Obwohl es spannend ist, dass auch "Therapie-Konzepte" aufgrund
von westlichen Krankheitsbezeichnungen ebenfalls (kurzfristig) eine Änderung
im Organismus hervorrufen.
Damit hat die Akupunktur selber bewiesen, dass sie wirkt :-)
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Wichtig bei der Tier-Akupunktur
Grundsätzlich soll die Akupunktur-Sitzung für das Pferd angenehm
gestaltet werden. Der Patient soll "mitmachen" - und soll sich
im optimalen Fall bei der Akupunktur entspannen. Viele Pferde dösen
sobald die Nadeln sitzen.
Aktive Akupunktur-Punkte können auch mal schmerzhaft beim Stechen
sein. Im Gegensatz zur Humanakupunktur kann dem Patienten nicht erklärt
werden, dass es vielleicht am Anfang ein wenig weh´tut - es aber
danach besser wird.
Also ist der Tier-Therapeut darauf bedacht, möglichst ein Konzept
auszuarbeiten, dass z.B. über Fernpunkte zunächst einmal versucht
die betroffene Stelle schon ein wenig zu beruhigen, bevor die Lokalpunkte
gestochen werden.
Zu erwartende schmerzhafte Punkte, können auch erst bei einer Folgesitzung
gestochen werden, damit das Pferd zunächst einmal die positive Wirkung
erfährt und beim zweiten Besuch nicht mehr so "skeptisch"
ist.
Es gibt viele Möglichkeiten, wie der Therapeut vorgehen kann.
Sollte sich Ihr Pferd zu stark wehren, sollten Sie skeptisch werden
und zumindest nachfragen.
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