Hufe schneiden...

Buchtipp
von
www.Pferdeleben.de

 

 

Gesunder Huf, gesundes Pferd - Fritz Rödder
Gesunder Huf, gesundes Pferd
Fritz Rödder

 

Huforthopädie - Hiltrud Strasser
Gesunde Hufe ohne Beschlag
Hiltrud Strasser

Die Notwendigkeit des Schneidens der Hufe ist eine ganz individuelle Angelegenheit. Da gibt es Pferde, die in ihrem Leben keinen Schmied sehen und gesunde und leistungsfähige Hufe haben, die ihrer Belastung gemäß nachwachsen - und es gibt Pferde, deren Horn alle 3 - 5 Wochen massiv gekürzt werden muß.

Auch die Empfindlichkeit auf harten Untergründen ist eine ganz individuelle Sache. Pferde gleicher Rasse, Fütterung, Haltung und gleichen Alters können auf Untergründe unterschiedlich reagieren.
So kann und sollte man zwar für jedes Pferd optimale Haltungsbedingungen schaffen, bei der daraus resultierenden Belastbarkeit der Hufe jedoch kommt jedes Tier an seine persönliche Grenze.

Manche Tiere traben über Schotter als liefen sie auf Watte, andere wiederum möchte man in dieselbe packen. Für diese Pferde ist Hufschutz angebracht; und zwar ein Hufschutz, der die Physiologie des Hufes nicht einschränkt:
Hufschuhe, Kunststoffbeschlag, Acryllack usw.

Die Palette der unterschiedlichen Möglichkeiten ist mittlerweile groß und für jedes Pferd findet sich eine gesunde akzeptable Lösung, so dass man nicht mehr auf Eisenbeschläge zurückgreifen muß, um den Huf zu "schützen".

Hufkorrektur

Trotz aller optimalen Bedingungen kann sich jedoch die Notwendigkeit einer Hufkorrektur ergeben.
Gründe hierfür können erbliche Dispositionen von Fehlstellungen sein, erworbene Fehlstellungen (pränatal oder postnatal), Huferkrankungen wie Hufrehe, Hufbeinsenkung oder Erkrankungen des Bewegungsapparates mit daraus resultierender Schonhaltung und damit ungleicher Abnutzung.

Hier ist der Huforthopäde gefragt.

Huforthopädie... im landläufigen Sinne

In der Regel wird unter Huforthopädie das Aufbringen eines der entsprechenden Krankheiten zugeordneten Eisens verstanden, welches eine Heilung positiv beeinflussen soll.

Allerdings sollte man sich fragen,
- ob es wirklich sinnvoll ist, eine entzündete Sehne oder ein entzündetes Gelenk zusätzlich mit einem Eisen zu belasten, dass doppelt bis dreifach soviel Gewicht mitbringt wie die Hornkapsel selber
- ob es sinnvoll ist, einem Huf die optimale Durchblutung zu versagen, indem man den Hufmechanismus blockiert obschon grade die Durchblutung eine wesentlicher und unverzichtbarer Bestandteil einer Heilung ist (z.B. bei Podotrochlose).

Hufbehandlung - Korrektur - Hufkrankheiten

Ich vertrete die Ansicht, dass die Korrektur eines Stellungsfehler sowie die Behandlung einer Hufkrankheit nur beschlagfrei optimal durchgeführt werden kann.
Grundsätzlich ist eine Korrektur in jedem Alter möglich und sinnvoll, denn jeder Stellungsfehler stellt eine mangelhafte Drucksituation und damit eine Überlastung bestimmter Gelenkregionen dar - was zu verfrühter Abnutzung führen kann.

Das das Hufwachstum bei jüngeren Pferden größer ist, geht eine Hufkorrektur in jungen Jahren entsprechend schneller, sollte aber auch älteren Tieren nicht verwehrt werden.

Stellungsfehler sollte man behutsam beheben und nicht im 8 - 10 Wochen-Hau-Ruck-Verfahren.

Hierzu ein Beispiel zur Verdeutlichung:

Bockhuf - ein Beispiel

Habe ich ein Pferd mit einem oder mehreren Bockhufen, so taste ich mich langsam an eine optimale Hufform heran, bei der immer im Vordergrund steht, dass das Pferd die Lust am Laufen nicht durch Schmerz verliert. Schmerzen können durch die plötzliche Umstellung, d.h. Winkelveränderung des Hufes, entstehen.

So schneide ich wöchentlich geringe Mengen Trachtenhorn herunter, um eine langsame Anpassung der Sehnen und Bänder an die neue Druck- und Zugsituation zu gewährleisten.

Dies ist unter Beschlag nicht praktikabel. Zudem kann ich am Huf durch Beschneiden eine Situation schaffen, die eine vermehrte Abnutzung der Trachtenregion provoziert, so dass ich die physiologische Abnutzung gleitend in die richtigen Bahnen lenken kann - ohne jedesmal Hand anlegen zu müssen.

Hufbeinsenkung - Hufrehe

Ebenso ist die Huforthopädie in der Lage massive Huferkrankungen wie etwa eine Hufbeinsenkung zu revidieren, während die traditionelle Schulmedizin sie mit "orthopädischen" Eisen lediglich zu konservieren vermag.

Allerdings erfordert die Hufrehekorrektur entsprechende Untergrundbedingungen für den Barhuf - wie ich sie z.B. in meiner Hufklinik zu optimieren suche - denn wichtig ist auch hier:
Die Bewegung macht´s möglich, denn schließlich haben wir uns ein Lauftier als Kameraden ausgesucht.

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ein Beitrag von Sandra Louis
Huforthopädie | Hufschutz | ambulante Hufbehandlung

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