Huforthopädie - auch eine Heilmethode ...(?)

Buchtipp
von
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Was spricht eigentlich gegen Hufbeschlag - Hiltrud Strasser
Was spricht eigentlich gegen Hufbeschlag?

Hiltrud Strasser

 

Ohne Huf kein Pferd - Fritz Rödder
Ohne Huf kein Pferd
Fritz Rödder


ein Beitrag von Sandra Louis
Huforthopädie | Hufschutz | ambulante + stationäre Hufbehandlung
Nägelkauen gilt ja bekanntlich als Unsitte -

Nägelschneiden heißt die gesittete Variante, um dem Nagelwachstum Grenzen zu setzen -
doch was tut eigentlich Freund Pferd um dem Hornwachstum beizukommen?

Die Minderheit hat als Lauftier die Möglichkeit, sich zu langes Hufhorn auf wechselndem Untergrund abzulaufen.
Selten wird dieses hochspezialisierte Organ seiner Möglichkeit entsprechend genutzt und verkümmert in vielen Fällen durch unphysiologische Belastung:
- sei es durch nicht artgerechte Haltung; - sei es durch unflexiblen Hufbeschlag usw.
Die Folgen:
Ausgebrochene Tragränder, instabile Hornsubstanz, überempfindliche Hufsohlen, Fehlstellungen bis hin zur massiven Huferkrankung, nicht haltende Beschläge und chronische Lahmheiten etc.
Solche Hufe werden dann mit Hilfe von Fütterungszusätzen oder sogenannten orthopädischen Beschlägen aufzupäppeln versucht.

Doch zumeist setzen viele mit ihrer Therapie an der falschen Stelle an: So versucht manch einer die mangelnde Hornqualität bei einem eisenbeschlagenen Kameraden in der Boxenhaltung mit Biotinfütterung beizukommen.

Biotin - ein lohnender Zusatzfuttermittel?

Wissen Sie, dass Ihr Pferd Biotin in ausreichender Menge im Darm synthetisiert? Leider gelangt es jedoch durch den eingeschränkten Hufmechanismus und mangelnder Bewegung nicht in den Huf.
Die für das Hornwachstum notwendigen Menge des Vitamins A und Zink sind bei Heufütterung abgedeckt.
Biogene Schwefelverbindungen wie Methionin + Cystein sind im jungen Gras enthalten und lassen Horn verstärkt sprießen. Eine Zufütterung dieser Substanz kann speziell im Winter sinnvoll sein (z.B. Salvana Hufstabil).

Haltungsbedingung und Hornqualität  

Zu allererst jedoch sollte man sich Ursachen mangelnder Hornqualität bewußt machen und keine Symptomenbekämpfung betreiben, indem man Mittelchen fürs gute Gewissen zufüttert oder aufschmiert, die in aller Regel noch sündhaft teuer sind.

Wir müssen zurück zum Ursprung und uns vor Augen führen, dass unser Freund Pferd keineswegs eingepfercht in 3*3m, die Hufe im Mist (Ammoniak löst sich in Wasser zu Salmiakgeist = einer aggressiven Lauge, die Protein - also Horn - angreift!) - Käfighaltung oder euphemistisch Box genannt.

Der Huf des Pferdes ist - wie der restliche Körper übrigens auch - auf Laufen ausgerichtet.

 
Das Pferd als Lauftier  

Der Verdauungsapparat z.B. funktioniert optimal bei Bewegung wie auch der gesamte Bewegungsapparat.
Beispielsweise werden die Hufknorpel durch Diffusion mit Nährstoffen versorgt, die allein bei Bewegung funktioniert.

Der Huf des Pferdes ist als Blutpumpe anzusehen: Durch das Weiten und Zusammenziehen der Hornkapsel in der Bewegung zirkuliert das Blut optimal.

Und wenn man bedenkt, dass die Aufbaustoffe für das Hufhorn mit dem Blut in den Huf gelangen, kann man sich leicht erklären, warum durch eingeschränkten Hufmechanismus - also durch Einsperren und Eisenbeschlag - mangelhafte Hornqualität erzeugt wird.

Gesunde Hufe erfordern physiologische Belastung.
Grundvoraussetzung für belastbares Horn
- ist die artgerechte Haltung auf wechselndem Untergrund,
- ist die nutzungsorientierte Verwendung von alternativem Hufschutz
und die ausreichende Zufuhr von Nährstoffen durch Mineralfutter.

Ich wage die kühne Behauptung, dass 80 - 90% der Hufprobleme jeglicher Art auf eine nicht artgerechte Haltung zum Teil in Kombination mit Eisenbeschlag zurückzuführen sind.

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