Wenn der Begriff das "himmlische Qi" fällt, können
wir uns nur schwer etwas darunter vorstellen. (Qi ist nicht mit Geräten
messbar.)
Setzen wir das "himmlische Qi" mit "Einflüssen von
außen" einmal gleich.
Energiespendende Reize wirken in vielfältiger Form auf uns Menschen
aber auch auf unsere Tiere ein. Diese Energiespendenden Reize werden
vom jeweiligen Organismus (sprich von uns Menschen oder unseren Pferden)
aufgenommen.
So werden Sauerstoff, klimatische Reize wie das Sonnenlicht aufgenommen.
Diese äußeren Einflüsse haben in der TCM aber eine noch
weitreichendere Bedeutung.
Soziale Einflüsse, soziale Beziehungen haben mindestens eine ebensolche
Bedeutung wie die meteorologischen Auswirkungen.
Bei den Pferden ist damit also nicht nur das Futter, der Sauerstoff,
das Sonnenlicht, sondern auch die Aggressionen oder eben die "Friedfertigkeit"
seiner Umgebung - sprich seiner Herde bzw. seiner Kontaktpersonen gemeint.
Die Aufnahme all dieser Einflüsse, entspricht einem nach innen
gerichteten, einlassenden Moment. Die Öffnung und die Aufnahmebereitschaft
für all diese Einflüsse gehören zur Wandlungsphase "Metall".
Das Charakteristikum dieser Wandlungsphase:
"Metall" betrifft die "Oberfläche" -
die Kontaktfläche mit der Aussenwelt
Alle Einflüsse treffen auf die Oberfläche und müssen
diese passieren.
Ein Beispiel aus unserem Alltag:
Wir alle kennen ein Unwohl-Gefühl - körperliches Unbehagen
- wenn jemand in den Raum tritt, die wir als ganz und gar unerträgliche
Person ansehen.
Damit wird klar, dass unsere Oberfläche weit mehr ist als die
tastbare Haut.
Auch Schleimhäute bilden ein Teil der Oberfläche und so wird
(auch westlich) hier eine schützende Barriere gegen äußere
Einflüsse wie Infektionen, Erkältungen etc. aufgebaut.
Diese Abwehr (Wehrenergie) wird in der Oberfläche mobilisiert und
bildet hier eine Schutzfunktion.
Diese gesamten Funktionen und Aufgaben fasst die Chinesische Medizin
unter den Funktionskreis "Lunge" zusammen.
Hier wird also deutlich - wir sollten nicht an das westliche Organ "Lunge"
denken - und daher lieber von "Fei" sprechen, damit
hier keine Missverständnisse auftauchen.
Neben dem Charakteristikum "Oberfläche" gehört
zu Fei der "Rhythmus des Atmens".
Durch diesen Bereich wird das himmlische Qi aufgenommen und zusammen
mit dem Qi, das aus der Mitte des Individuums kommt, im Funktionskreis
Fei synthetisiert und im Körper verteilt.
Diese Verteilung ist möglich durch den Rhythmus des Atmens. Rhythmus
ist die Grundqualität einer jeden aktiven Energieentfaltung, und
durch ihn erhält das Individuum seine funktionelle Eigenart.
Funktionskreis Fei-Lunge
Repräsentanz der "Oberfläche" und Instanz der
individuellen Rhythmen
Jeder Funktionskreis hat einen besonderen Bezug zu einem Gewebe. In
diesem Funktionsbereich ist es die Haut (die Oberfläche).
Also sind Hauterkrankungen jeder Form zunächst einmal Sache
des Funktionskreises Lunge.
Haut- und Schleimhautirritationen, äußere Belastungen oder
grippale Infektionen fordern die Haut und die darin residierende Wehrenergie
(Wei Qi).
Nicht verwunderlich ist, dass das dazugehörige Sinnesorgan, auch
die zugehörige Körperöffnung, die Nase ist. Bei
Erkältungskrankheiten, Infektionen der Atemwege, Affektionen
der Schleimhäute kommt es zu einer wesentlichen Reaktion über
die Nase in Form von Schnupfen, verstopfter Nase, vermehrtem Sekret.
Die Emotionen kommen natürlich aus dem menschlichen Bereich.
Aber auch hier ist einiges auf unsere Pferde übertragbar.
Im Humanbereich entspricht dem "kleinen Yin" - der Wandlungsphase
Metal, dem Funktionsbereich "Lunge" eine Introvertiertheit,
das "Sich-Zurücknehmen", die Trauer.
Die andere Seite dieser Aufnahmebereitschaft, der Fähigkeit fremde
Rhythmen zu absorbieren, auf andere Menschen einzugehen, führt
zu einem erhöhten sozialen Verständnis. Die Sorge für
andere, das Mit-Leiden, ist charakteristisch hierfür.