Traditionelle chinesische Medizin

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Die Medizin der Chinesen. Erfahrungen mit fernöstlicher Heilkunst.
Die Medizin der Chinesen. Erfahrungen mit fernöstlicher Heilkunst
Carl-Hermann Hempen



Buchtipps für Therapeuten


TCM 5 Wandlungsphasen Fünf Elemente
Die fünf Wandlungsphasen
Klaus-Dieter Platsch


Fünf Wandlungsphasen in fünf Streichen Grundprinzipien der chinesischen Medizin
Fünf Wandlungsphasen in fünf Streichen
Grundprinzipien der Chinesischen Medizin
am Beispiel der Geschichten
von Max und Moritz
Antonius Pollmann

Die 5 Elemente
oder
Die 5 Wandlungsphasen

Eine für uns Westler sehr greifbare Erläuterung fand ich in dem Buch von Carl-Hermann Hempen
Die Medizin der Chinesen
Erfahrungen mit fernöstlicher Heilkunst

 

Die Funktionsbereiche im Einzelnen:

Metall
Das aufnehmende "junge Yin"
Funktionskreise Fei-Lungen und Da Chang-Dickdarm

Wenn der Begriff das "himmlische Qi" fällt, können wir uns nur schwer etwas darunter vorstellen. (Qi ist nicht mit Geräten messbar.)
Setzen wir das "himmlische Qi" mit "Einflüssen von außen" einmal gleich.

Energiespendende Reize wirken in vielfältiger Form auf uns Menschen aber auch auf unsere Tiere ein. Diese Energiespendenden Reize werden vom jeweiligen Organismus (sprich von uns Menschen oder unseren Pferden) aufgenommen.

So werden Sauerstoff, klimatische Reize wie das Sonnenlicht aufgenommen.
Diese äußeren Einflüsse haben in der TCM aber eine noch weitreichendere Bedeutung.
Soziale Einflüsse, soziale Beziehungen haben mindestens eine ebensolche Bedeutung wie die meteorologischen Auswirkungen.
Bei den Pferden ist damit also nicht nur das Futter, der Sauerstoff, das Sonnenlicht, sondern auch die Aggressionen oder eben die "Friedfertigkeit" seiner Umgebung - sprich seiner Herde bzw. seiner Kontaktpersonen gemeint.

Die Aufnahme all dieser Einflüsse, entspricht einem nach innen gerichteten, einlassenden Moment. Die Öffnung und die Aufnahmebereitschaft für all diese Einflüsse gehören zur Wandlungsphase "Metall".

Das Charakteristikum dieser Wandlungsphase:
"Metall" betrifft die "Oberfläche" - die Kontaktfläche mit der Aussenwelt

Alle Einflüsse treffen auf die Oberfläche und müssen diese passieren.

Ein Beispiel aus unserem Alltag:
Wir alle kennen ein Unwohl-Gefühl - körperliches Unbehagen - wenn jemand in den Raum tritt, die wir als ganz und gar unerträgliche Person ansehen.
Damit wird klar, dass unsere Oberfläche weit mehr ist als die tastbare Haut.

Auch Schleimhäute bilden ein Teil der Oberfläche und so wird (auch westlich) hier eine schützende Barriere gegen äußere Einflüsse wie Infektionen, Erkältungen etc. aufgebaut.
Diese Abwehr (Wehrenergie) wird in der Oberfläche mobilisiert und bildet hier eine Schutzfunktion.

Diese gesamten Funktionen und Aufgaben fasst die Chinesische Medizin unter den Funktionskreis "Lunge" zusammen.

Hier wird also deutlich - wir sollten nicht an das westliche Organ "Lunge" denken - und daher lieber von "Fei" sprechen, damit hier keine Missverständnisse auftauchen.

Neben dem Charakteristikum "Oberfläche" gehört zu Fei der "Rhythmus des Atmens".
Durch diesen Bereich wird das himmlische Qi aufgenommen und zusammen mit dem Qi, das aus der Mitte des Individuums kommt, im Funktionskreis Fei synthetisiert und im Körper verteilt.
Diese Verteilung ist möglich durch den Rhythmus des Atmens. Rhythmus ist die Grundqualität einer jeden aktiven Energieentfaltung, und durch ihn erhält das Individuum seine funktionelle Eigenart.

Funktionskreis Fei-Lunge
Repräsentanz der "Oberfläche" und Instanz der individuellen Rhythmen

Jeder Funktionskreis hat einen besonderen Bezug zu einem Gewebe. In diesem Funktionsbereich ist es die Haut (die Oberfläche).
Also sind Hauterkrankungen jeder Form zunächst einmal Sache des Funktionskreises Lunge.
Haut- und Schleimhautirritationen, äußere Belastungen oder grippale Infektionen fordern die Haut und die darin residierende Wehrenergie (Wei Qi).
Nicht verwunderlich ist, dass das dazugehörige Sinnesorgan, auch die zugehörige Körperöffnung, die Nase ist. Bei Erkältungskrankheiten, Infektionen der Atemwege, Affektionen der Schleimhäute kommt es zu einer wesentlichen Reaktion über die Nase in Form von Schnupfen, verstopfter Nase, vermehrtem Sekret.

Die Emotionen kommen natürlich aus dem menschlichen Bereich. Aber auch hier ist einiges auf unsere Pferde übertragbar.

Im Humanbereich entspricht dem "kleinen Yin" - der Wandlungsphase Metal, dem Funktionsbereich "Lunge" eine Introvertiertheit, das "Sich-Zurücknehmen", die Trauer.
Die andere Seite dieser Aufnahmebereitschaft, der Fähigkeit fremde Rhythmen zu absorbieren, auf andere Menschen einzugehen, führt zu einem erhöhten sozialen Verständnis. Die Sorge für andere, das Mit-Leiden, ist charakteristisch hierfür.

Nachdem die energetischen Impulse von außen die Oberfläche überwunden haben, die äußerste Wehr passiert haben, muss sich das Individuum in einer tieferen Schicht mit ihren Einflüssen auseinandersetzen.

Erde
Die Mitte
Funktionskreise Pi-Milz und Wei-Magen

Dieser Funktionskreis ist die Instanz der Überleitung, des Ausgleiches, ist der Ort, wo die Integration von Einflüssen vorgenommen wird, wo die Assimilation stattfindet.

Die äußeren Reize passieren die Oberfläche, den Funktionsbreich der Lunge und gelangen zum Zentrum. Hier muss entschieden werden, ob diese Reize aufgenommen, eingebaut werden, oder ob sie abgetrennt und ausgeschieden werden sollen.

Hier in der Mitte wird alles verarbeitet.

Eine Leistung der Mitte ist es, dass Nahrung aufgenommen wird und hier begonnen wird sie zu verarbeiten.
Ein wahlloses Konsumieren von Nahrungsmitteln kann diesen Bereich so sehr belasten, dass seine Funktionsfähigkeit erlischt.

Eine ganz andere Belastung der Mitte liegt im psychischen Stress begründet. Auch psychische Eindrücke und physische Belastungen werden hier verarbeitet.

Beim Pferd passiert hier eine ganze Menge:
Das Pferd - ursprünglich gar nicht zum Reiten gedacht - wird als Steppen- und Fluchttier auf engem Raum gehalten. Pferde haben statt viel Auslauf lange Stehphasen zu verkraften.
Neben diesen Haltungsbedingungen haben sich auch unsere Fütterungsmethoden verändert. Wir geben den Pferden schwer verdauliche konzentrierte Nahrung. Zwar sind rechnerisch alle Inhaltsstoffe enthalten, aber die 16 stündige Futteraufnahme eines "freilebenden" Pferdes wird wohl kaum ein Pferd hier bei uns erreichen.

Pferde haben sehr häufig Disharmonien im Bereich der Mitte!

Die vielen Verdauungsprobleme bei Pferden (Koliken, Durchfälle, Kotwasser, dicke Beine etc.) sprechen ein deutliches Bild.

Der Organismus ist Transformator des Qi-Flusses.

Einflüsse und Kräfte von aussen werden durch den Funktionsbereich "Lunge" in das Individuum hereingelassen, im Bereich der "Mitte" verarbeitet und transformiert und schliesslich in einer individuellen Prägung durch den Funktionsbreich "Herz" nach aussen dargestellt und wieder abgegeben.

Wasser
Das große Yin
Funktionskreise Shen-Niere und Pang Guang-Blase

Die tiefste Schicht, das Materielle, das Alte, das Vergangene wird durch das Emblem des Wassers wiedergegeben.

Hier spielt die "angeborene Konstitution" - das gesammelte Potential der Vorfahren - (wissenschaftlich mit der DNS vergleichbar) - das Erbgut eine Rolle, die Anlagen, die in Shen (Nieren) gespeichert sind.

Gewebe wie Knochen, Zähne, Nervengewebe sind Ausdruck dieser Schicht, sind die bereitgehaltenen Wirkmöglichkeiten, die Potenzen, die hier ruhen.

Hier in dieser tiefsten Schicht sind die ganz persönlichen Anlagen verankert. Die Begabung, das Talent, aber auch die Erinnerung und Erfahrungen haben sich hier abgesetzt.

Der gerichtete Wille, die Ausdauer, die Durchhaltekraft ist eine Leistung des Funktionsbereichs "Shen (Niere)". Ob es dabei um geistige oder körperliche Leistungsfähigkeit und Ausdauer geht, ist nicht entscheidend.

Dieses Potential ist lt. TCM angeboren und kaum (bis gar nicht) beeinflussbar. Begabung und Talent sind nicht durch medikamentöse Wirkung zu modifizieren oder gar zu erzeugen.

Dieses Grundkapital ist, wenn es einmal verspielt ist, nicht zu ersetzen.
Das Ur-Qi, die erblichen Qi-Kräfte, schwinden im Laufe des Lebens langsam, aber unaufhaltsam. Das Potenzial wird in einem stetigen Prozess aufgezehrt, und aus TCM-Sicht entspricht es dem natürlichen Tode, wenn diese Kraft, die das Lebenslicht erhält, erlischt.

Die zugeordneten Emotionen sind die Angst, der Schreck, denn diese gelangen am ehesten in die tiefste Schicht.

"Ein Schreck ist ihm in die Glieder gefahren", was soviel bedeutet, dass eine Lähmung, ein vollständiger Stillstand, das Ende aller Aktivität eingetreten ist.
Das Treffen ins tiefste Mark führt zum Erstarren aller Lebenskräfte.

Wasser bedeutet Ruhe, Unveränderbares, Stoffliches und Eingeschlossenes.

Holz
Das junge Yang
Funktionskreise Gan-Leber und Dan-Gallenblase

Damit sich die Anlagen, die im Funktionskreis "Niere" ruhen, nach außen projizieren können, bedarf es der Bereitstellung. Was nützen schlummernde Talente!
Aktive Kräfte müssen die vorhandenen Möglichkeiten befreien.

Es ist die Wandlungsphase "Holz", die dafür sorgt, dass die Saat aufgeht und das Leben erwacht.
Der Bereich, der hier die Initiative ergreift, von dem die Beschlüsse ausgehen, der die Dynamik widerspiegelt und den Antrieb kennzeichnet, wird von den Chinesen als "Feldherr" im Zusammenspiel der Funktionskreise bezeichnet.

Der Funktionskreis "Leber" steht für Bewegung, aktive Entfaltung des Willens zur Gestaltung, für Unruhe und Tonuserhöhung.
Das Dynamische im Körper sind die Bewegungselemente, die Muskeln und die Sehnen. Diese körperlichen Elemente, der Gesamtbewegungsapparat, werden dem Funktionskreis der "Leber" zugeschrieben und Erkrankungen darüber therapiert.

Als Emotionen sind dieser Wandlungsphase der Zorn, die Wut, Toben und Rasen zugeordnet. Die innere Anspannung, die notwendig ist, um etwas in Bewegung zu bringen, kann auch außer Kontrolle geraten und zu großer Reizbarkeit führen.

(Ein altes Sprichwort: Mir läuft die Galle über - zeugt auch in unserem Kulturkreis vom Bezug der Gallenblase zu wütendem oder cholerischen Verhalten.)

 
Akupunktur für Pferde
www.tier-naturheil-therapie.de
Simone Förster-Schüring
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