Foto Fohlen bei der Mutter Copyright: Foto Sabine Schafhausen www.gut-groß-poth.de

Pferdezucht

In der Bundesrepublik wurden 1950 noch ca. 1,5 Millionen Pferde registriert. 1970 war ein Tiefstand von nur noch 250 000 Pferden erreicht. Ohne Pferdezucht würde unsere Pferdewelt heute gänzlich anders aussehen.

Dennoch – jede Woche – jeden Monat erscheinen neue Zeitschriften, Internetforen und Zeitungen, in denen seitenweise Pferde zum Verkauf angeboten werden. Züchter sind Idealisten. Wirkliches Geld verdient man anderswo. Die Pferdezucht sollte in der heutigen Zeit durchdacht sein. Bloße Vermehrung schadet allen – vor allem dem Pferd.

Verantwortung für ein Lebewesen

Pferde können in der Obhut von Menschen bei guter Pflege und verantwortungsvollem Umgang 30 Jahre – aber auch 40 Jahre und älter werden. (Hier an der Stelle ein herzliches Dankeschön u.a. an Frau Uta Over, die mir berichtete, dass eines Ihrer Ponys bis zum stolzen Alter von 46 Jahren bei ihr war!)

Bei der Zucht des Lebewesens Pferd wird demnach eine Verantwortung für ein sehr langes Leben übernommen. Bezeichnend finde ich die Tatsache, dass es scheinbar nicht mehr viele Pferdehalter gibt, die ihre Pferde über eine wirklich lange Zeit behalten. Pferde bleiben nicht sehr häufig von der Geburt bis zum Tode bei einem Besitzer. Wenn man dann noch bedenkt, dass in Statistiken das durchschnittliche Lebensalter der Pferde nur mit ca. 6 Jahren angegeben wird, dann verleiten diese Überlegungen zum Grübeln.

Vermehren NEIN – Züchten JA

Damit das Fohlen überhaupt eine Chance in seinem Leben bekommt, kann nicht einfach jede x-beliebige Stute zum Nachbarhengst gebracht werden. Das Fohlen soll lebensfähig sein – und auch wenn es hart klingt – es muß auch leistungsfähig sein. Auch wenn immer wieder einige Pferdefreunde auch kranke Pferde aufnehmen, ist es leichter für gesunde und unkomplizierte Pferde einen Besitzer zu finden. Das Argument „Naja – die Stute ist nicht mehr reitbar (wegen der Krankheit XY) – dann kann sie wenigstens noch ein Fohlen bekommen“ – sollte ganz stark hinterfragt werden. Grundlagenwissen über Vererbungslehre wurde uns bereits in der Schule vermittelt. Als Stutenbesitzer mit Züchtergedanken sollte dieses Wissen rechtzeitig erweitert werden.